Dr. Eberhard Schnelle

 
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Anmerkungen zu COVID-19

SARS-CoV-2-Infektion 1

Das RKI (Robert-Koch-Institut) veröffentlich täglich die Zahl der SARS-CoV-2-Infizierten.
Die erfassten Daten sind öffentlich, werden daher hier nicht wiederholt.

Für die weitere Analyse gehe ich vom Krankheitsverlauf aus, wie dieser auf der Seite "Krankheitsverlauf" dargestellt ist.
Das Zahlenmaterial basiert ausschließlich auf den vom RKI veröffentlichten Daten. Diese weisen aber aus systematischen Gründen Abweichungen von der wirklichen Zahl der Infizierten auf.

Um die genaue Zahl der Covid-19-Kranken zu ermitteln, können mehrere Korrekturen notwendig sein:

1. Korrektur
Sehr leicht verlaufende SARS-CoV-2-Infektionen (z.B. bei Kindern) werden ggf. nicht erkannt, also nicht gezählt. Diese Covid-19-Kranken können aber andere Personen anstecken.
Da die Zahl solcher unentdeckten Kranken nicht bekannt ist, sprechen wir von einer Dunkelziffer.
Mehrere Testreihen haben hier sehr unterschiedliche Zahlen aufgezeigt.
Untersuchungen durch 4 Universitäten in BW ergaben, dass der Anteil der Infizierten an der Gesamtbevölkerung 1,6% betrug. Dieser Anteil ist 7 mal so groß, wie der sich aus RKI-Zahlen ergebende.
Damit ergibt sich eine Dunkelziffer von 600%.
Andere Untersuchungen (z.B. auf Kreuzfahrtschiffen oder in Fleischfabriken) wiesen Dunkelziffern zwischen 0% und fast 1.000% auf.

Für alle weiteren Betrachtungen, in denen die Dunkelziffer eine Rolle spielt, habe ich diese mit 300% angesetzt. Durch die Schnell- und Selbsttests werden Covid-Erkrankte erkannt, was zum Sinken der Dunkelziffer führt. Das wird nachgebildet, in dem der Prozentsatz der Dunkelziffer ab 1. Januar 2021 mit jedem Tag um 0,3% sinkt. Dieser Wert entspricht etwa der Aufdeckungsrate der Tests.

2. Korrektur
Die mangelnde Genauigkeit des PCR-Tests.
Wenn Veröffentlichungen stimmen, dass der Test 98% der Infizierten erkennt, dann bleiben 2% der Infizierten unentdeckt. Damit muss von einer nochmals erhöhten Zahl der Infizierten ausgegangen werden.
Beispiel: Wenn bei 1,2 Mio Tests pro Woche 50 Tsd Infizierte ermittelt wurden, bedeutet das, dass 1 Tsd Infizierte (pro Woche!) nicht erkannt wurden. Wenn die Fehlerquote auf die Zahl der Tests bezogen werden muss, ergibt sich sogar ein katastrophaler Fehler: nämlich 24 Tsd unerkannte Krankheitsfälle. Das sind fast 50%!
Die Abweichung bleibt in meinen Betrachtungen unberücksichtigt.

3. Korrektur
Die Zahlen des RKI geben nur die täglich Neuinfizierten und die Gesamtsumme aller von Anfang an Infizierten wieder.
Die für die Betrachtung des Infektionsgeschehens wichtige Zahl der aktuell Covid-Kranken ist nicht bekannt.
Für weitere Analysen wird daher die Zahl der Ovid-Kranken errechnet.
Dazu werden die "an und mit" Covid verstorbenen Personen und jene, die Covid-19 überstanden haben, von der vom RKI gemeldeten Gesamtzahl der Infizierten abgezogen.
Die Zahl der Verstorbenen wird ja gemeldet. Die Zahl der Personen, die Ovid-19 überstanden haben, wird aus dem hier angesetzten Krankheitsverlauf abgeleitet. Es sind die Personen zwischen dem Tag der Ansteckung bis zum 18 Tag danach, ab dem sie wieder als gesund gelten.

Aus den Darlegungen des Krankheitsverlaufs wird deutlich, dass die Zahlen des RKI die Infizierten der letzten 12 Tage (von der Infektion bis zur Meldung auf der Homepage des RKI) nicht erfasst.

Diese Zahl zu kennen ist aber aus 3 Gründen wichtig:
1. Diese Personen können bereits andere Menschen anstecken, wogegen Maßnahmen zu entwickeln sind.
2. Ein Teil dieser Personen wird in Kürze medizinische Hilfe benötigen, was vorzubereiten ist.
3. Für alle statistischen Aussagen zur Pandemie werden aktuelle und verlässliche Basiszahlen benötigt.

Um die Zahl der Infizierten, die in diesen 12 Tagen hinzugekommen sind, zu kennen, müssen wir die Entwicklung der Infiziertenzahl auf den Tag "heute" prognostizieren.

4. Korrektur
Es handelt sich um eine Prognose von einem Tag der Vergangenheit bis zur Gegenwart (heute).
Da sind die wichtigsten Einflussfaktoren bekannt, allerdings nicht in ihrer genauen Wirkung abzuschätzen.
Ein Prognosefehler muss daher hingenommen werden.
Hier hilft die Mathematik: der Exponent, mit dem die exponentielle Entwicklung der Pandemie beschrieben wird, ist leicht zu ermitteln.
Mit diesem gelingt dann die Weiterrechnung relativ genau.

 

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