Dr. Eberhard Schnelle

 
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Anmerkungen zu COVID-19

Impfungen

Fortschritt der Impfkampagne

Vorab eine kleine Berechnung:
Frau Merkel hatte mal gesagt, bis zum 21. September 2021 hat jeder eine Zusage über seine Impfung. Bis heute wird gerätselt, was das genau bedeutet. Rechnen wir mal aus, wie die Impfkampagne hätte laufen müssen.

Setzen wir an, dass 15% der Bevölkerung zur Vermeidung einer Epidemie nicht geimpft werden muss (bzw. die Impfung nicht zulässt), dann sind bei einer Impfquote von 85% von den 83 Mio. Mitbürgern etwa 70 Mio. 2 mal zu impfen. Davon könnte man noch ca. 5 Mio. ungeimpfte Personen abziehen, die Covid-19 durchgemacht haben und damit immun sind.
Also sind rund 65 Mio. Erstimpfungen bzw. 130 Mio. Erst- plus Zweitimpfungen notwendig.

Nehmen wir das Merkelwort ernst, dass bis zum 21.9. alle Mitbürger einen Impftermin bekommen haben. Dann wäre die 1. Impfung dieser letzten Personen spätestens 1 Woche nach dem 21.9., die 2. Impfung weitere 6 Wochen danach. Ende Oktober/Anfang November hätte die Zahl der doppelt Geimpften 65 Mio erreichen müssen.

Ab dem 27.12.20, dem ersten Impftag, bis zum 31.10.21 sind das 309 Tage. Aufgeteilt ergeben sich 211 Arbeitstage, 88 Samstage und Sonntage und 10 Feiertage.
Wir setzen an, dass an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen nur 50% der arbeitstäglichen Impfungen durchgeführt werden.
Damit ließ sich leicht ausrechnen, dass die Alltagsrate 255.000 Erstimpfungen betragen musste, Samstags, Sonntags und Feiertags die Häfte, also 127.500.

Da auch die Zweitimpfung zu berücksichtigen ist, muss täglich die doppelte Zahl von Impfungen erreicht werden. Seit mindestens Juli 2021 sind wir von dieser Zahl weit entfernt (höhere Zahlen im Dezember sind ausschließlich auf Drittimpfungen zurückzuführen).

Die folgenden drei Diagramme geben den Impffortschritt wieder. Wie gut zu erkennen ist, wurde das "Merkelziel" total verfehlt. Schlimmer ist aber, dass der weitere Verlauf der Impfkampagne (seit Anfang November) einen vernachlässigbaren Fortschritt (der Erstimpfung) zeigt.
Etwas sarkastisch kann man anmerken, dass durch Omikron seit Januar 22 die Neuinfektionen auf höchstem Niveau sind. So holt die Natur nach, was die Menschen verweigern - Immunität durch die Krankheit selbst. So erreichen wir vielleicht die Herdenimmunität.
Eigentlich sehr gut. Das spart Geld für Spritzen, Impfstoff und Personal.




Die täglichen Impfungen:




Das nächste Diagramm zeigt in Prozent, wie weit die Impfkampagne fortgeschritten ist. Das Ziel war ja, eine exponentielle Ausbreitung zu verhindern, wozu mindestens 85% der Bevölkerung geimpft sein musste. Im Januar 22 waren erst 73% erreicht, die 4. Welle konnte entstehen. Das zeigt, dass der früher angesetzte Wert (60% reichen für "Herdenimmunität) bei weitem nicht ausreichte, eine exponentielle Ausbreitung der Infektionen zu verhindern. Wahrscheinlich reichen nicht mal die avisierten 85%.
Bis Mitte März wurden nur 77% erreicht. Ein Fortschritt ist seit dem nicht erkennbar.




Das folgende Diagramm zeigt die Neuinfektionen ausschließlich der 4. Welle.
Man erkennt die starken Schwankungen innerhalb einer Woche. Die starke Spreizung der Werte zeigt die Überlastung der Gesundheitsämter: am Wochenende wird viel zu wenig erfasst, was dann die Zahlen der Wochenmitte überhöht.

Fahren Sie mit Ihrer Maus über das Diagramm. Dann sehen Sie den sich bildenden Mittelwert. Dieser zeigt nach einem Anstieg zu einer Welle (Delta-Variante) zwischen Mitte Oktober und Ende November. Danach sehen wir eine Entspannung, um mit dem Auftauchen der Omikron-Varianten BA1 und BA2 von Anfang Januar 22 an steil nach oben zu gehen, und zwar steiler, als je zuvor.




Aus diesem Diagramm (und denen auf der Seite "Entwicklung") ist zu erkennen, dass die Zahl der Neuinfektionen mit der Omicron-Variante BA2" Ende März 22 den absoluten Höhepunkt erreichte. Seit dieser Zeit sinkt die Zahl der Neuinfektionen mit einer sehr hohen Rate von fast 20% pro Woche.

Der Zacken der Mittelwertskurve in der letzte Aprilwoche zeigt den Einfluss von Ostern auf die Erfassung des Infektionsgeschehens. Bei früheren Feiertagen (z.B. Weihnachten 21) verläuft die Kurve stetig, also arbeiteten die Gesundheitsämter und das RKI, nicht so an Ostern 22. Da wurden die Zahlen erst später erfasst, weitergemeldet und veröffentlicht.

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