Dr. Eberhard Schnelle

 
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Anmerkungen zu COVID-19

Verlauf der SARS-CoV-2-Infektion

Die Infektionskrankheit COVID-19 hatte sich im Frühjahr 2020 in Deutschland massiv ausgebreitet.
Nach einem Rückgang im Sommer explodierte die Zahl der Neuinfektionen seit Oktober als zweite Welle. Sie überstieg bis Weihnachten jede Tagesrate seit Beginn der Pandemie. Und egal, was die Politik als erweiterte Maßnahmenm beschloss, die Tagesrate musste bis mindestens Mitte Januar auf hohem Niveau bleiben (Begründung siehe unten). Als Folge erneuter strenger Quarantänemaßnahmen konnte danach eine signifikante Abnahme der Zahl der Neuinfektionen festgestellt werden. Weitgehende Sorglosigkeit führte ab Anfang März zu einer dritten Welle hoher Ansteckungszahlen.

Im folgenden Diagramm ist die Entwicklung der Summe der vom RKI täglich gemeldeten Neuinfektionen dargestellt. Man erkennt, dass seit Mitte Mai (wie im Vorjahr) eine deutliche Abflachung der Kurve den Erfolg der Eindämmungsmaßnahmen durch weitgehende Beschränkungen des öffentlichen Lebens anzeigt.

Wie an anderer Stelle dieses Berichts genauer erläutert wird, bleibt eine große Zahl von Sars-Infektionen wegen leichten Verlaufs unerkannt. Die Zahl dieser Infektionen wird als Dunkelziffer geführt. Auswertungen der Schnelltests durch die Gesundheitsämter zeigen, dass 0,3% der Getesteten unerkannt infiziert waren. Hochgerechnet auf die Bevökerung der Bundesrepublik führt das zu einer Erhöhung der Zahl der zu einer Zeit jeweils Covid-19-Kranken um 240 Tausend. Eine erschreckende Zahl.

Die seit Beginn 2021 zunehmende Zahl von Schnell- und Selbsttests führt aber zur Entdeckung vieler unauffällig Infizierter. Damit verringert sich allmählich die Dunkelziffer.
Anfang Januar 2022 berichtet der Gesundheitsminister, dass wegen der Omikron-Mutante wieder mit einer Dunkelziffer von 200% zu rechnen sei, die wirklichen Zahlen also das Dreifache betragen.




Die senkrechten Linien stehen an den Tagen der Einführung, dem Ende und der Wiedereinführung von Quarantänemaßnahmen.

Auf den folgenden Seiten erkläre ich die wichtigsten Zusammenhänge.
Entsprechend wird die hier wiedergegebene Analyse täglich aktualisiert.


Der Verlauf der Infektionskrankheit COVID-19 ist individuell sehr unterschiedlich.
Im statistischen Mittel haben Kinder nur leichte Symptome, bei Alten können diese sehr schwer sein.
Bei Frauen ist der Verlauf meist weniger gravierend als bei Männern.
Die ersten Symptome einer SARS-CoV-2-Infektion können nach 3 Tagen oder vielleicht erst nach 10 Tagen auftreten.
Genau so variieren auch alle anderen Zeitpunkte im Verlauf der Krankheit.

Daher können alle weiteren Aussagen zum Krankheitsverlauf nur auf Mittelwerten beruhen.
Deren Definition lässt Spielräume frei, wodurch unterschiedliche Aussagen und Ergebnisse möglich sind.

Hier wird folgender (gemittelter) Verlauf der Krankheit angenommen:
Aufgrund der Erfahrung der letzten Monate wird die Dauer eines schweren Verlaufs auf 30 Tage verlängert.

Tag 1: Infizierung der Person
Tage 2-5: Inkubationszeit, keine deutlichen Symptome
Tag 6: erste geringe Symptome
Tag 8: Symptome nehmen zu
Tag 9: deutliche Symptome, Anmeldung zum Test
Tag 10: Test, Testergebnis liegt vor, bei pos. Ergebnis: Meldung ans Gesundheitsamt
Tag 11: Gesundheitsam meldet an das RKI
Tag 12: neue Infizierten-Zahl auf der RKI-Homepage
Tage 13-17: individueller Krankheitsverlauf (bei schweren Symptomen: Krankenhauseinweisung)
Tag 18: Patient ist genesen * oder Krankenhausaufenthalt
Tage 19-29: Patient ist genesen oder Krankenhausaufenthalt
Tag 30: Patient ist genesen oder verstorben

*) In Anlehnung an die Influenza wird angesetzt, dass die durchschnittliche Person bis zum 18. Tag genügend Antikörper gebildet hat und COVID-19 überstanden ist, es sei denn, der Infizierte muss stationär behandelt werden.

Die starke Ausweitung der Tests, einschließlich der Schnelltests und der Selbsttests, führt dazu, dass Covid-19-Infizierte ohne Symptome (rechnen zur Dunkelziffer) und die, deren Krankheitssymptome noch nicht auftreten sind, erkannt werden. Das verschiebt den hier genannten durchschnittlichen Verlauf. So tauchen zum Beispiel positive Ergebnisse nicht erst am 12. Tag in der Statistik des RKI auf, sondern wahrscheinlich etwas früher.
Die Wirkung auf den Durchschnittsverlauf ist nicht bekannt, bleibt, da eher geringfügig, für die folgenden Betrachtungen unberücksichtigt.
 

 

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